Neu in Chemnitz-Sonnenberg

27. Januar 2010

Gedenktag

Abgelegt unter: Uncategorized — hierneu @ 17:57

Heute Vormittag war ich zur Gedenkveranstaltung an die Befreiung von Auschwitz. Hier haben wir in direkter Nachbarschaft meines Stadtteils einen ganzen Park dafür und ein Mahnmal aus roten Porphyrtuff, dem Hausstein der Stadt.
Na gut, der Park ist ist allgemein den “Opfern des Faschismus” gewidmet, nicht nur den in Auschwitz ermordeten.
Es ist für mich fremd, dass ein Park einen so wenig Spaß fördernden Namen trägt. Ich find’s gut. Zumal die Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig in ihrer Rede auch Diskriminierung und Rassismus heute angesprochen hat, es also nicht nur ein traditioneller Anlass war.

Die Temperatur von mindestens 10 Grad minus gaben der kurzen Feier ein zusätzlich ernstes Gepräge. Vielleicht ein Vorteil dieses von dem ehemaligen Bundespräsident Roman Herzog eingeführten Termins. Zu DDR-Zeiten wurden hier in gleicher Form Kränze niedergelegt, aber das Wetter war wärmer: am 8. Mai.

13. Januar 2010

Kommt das Kuratorium?

Abgelegt unter: Uncategorized — hierneu @ 11:25

Bekommen wir am Freitag Besuch auf dem Sonnenberg? Das neue Kuratorium Stadtgestaltung will “prägende Quartiere besuchen, an denen sich Stadtentwicklung exemplarisch abbildet”. Da müssen wir doch dabei sein!

Ich überlege, zum den öffentlichen Teil der Sitzung hinzugehen. Mal sehen, was der bloggende Nachbar und Stadtentwicklungsspezialist dazu sagt.

12. Januar 2010

Frisörin doch auf dem Sonnenberg

Abgelegt unter: Uncategorized — hierneu @ 15:40
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Ich werde vertrauter mit dem Viertel und mutiger. Das merke ich daran, dass ich hier vor ein paar Tagen einen Frisörsalon fand, der mir von außen gefiel, und ich beschloss, ihm meine Haare anzuvertrauen.
Mit dem auf dem Kaßberg war ich durchaus zufrieden, aber ich hatte keine Lust, für einen weiteren Termin durch die Stadt zu fahren. Zumal ich bei dem Schnee das praktische Fahrrad stehen lasse und mit dem Bus unterwegs bin, was länger dauert.
Kurz gesagt, ich wurde nicht enttäuscht. Ein sehr geschmackvoller Salon auch von innen, vom Jugendfreund der Frisörin, einem Tischler, selbst entworfen und gebaut. Und ein guter Haarschnitt, finde ich.
Und dann bei der Plauderei die Bemerkung, dass sie zwar oft verwundert gefragt würde, wieso sie den Salon auf dem Sonnenberg habe und jetzt dort auch wohne, aber sie fühle sich hier wohl, und was hier bekrittelt würde, gäbe es auch anderswo. Wir vom Sonnenberg können bald einen Club aufmachen!

11. Januar 2010

Kultur statt Schneechaos

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8. Januar 2010

Schnee

Abgelegt unter: Uncategorized — hierneu @ 17:54

Seit dem Neujahrstag liegt wieder dick Schnee. Aus dem Fenster blicke ich in ein Wintermärchen, vor allem, wenn wie am Dienstag oder gestern die Sonne die Sonne scheint.

Und nun soll dies Wochenende eine weiße Schicht nachgeliefert werden. Ich war mit meinem Schlitten unterwegs durch die Kleingärten an der Humboldthöhe, um einen schweren Karton voll Kleiderspenden loszuwerden. Ein Transport mit einem der ältesten Transportmittel der Welt, zugleich ein gesunder Weg durch die Winterpracht. Seit einigen Stunden trudeln weiße Flocken vom Himmel. So grau wie er ist, kann man einiges erwarten.

Bei Twitter ist die Suche nach Stichwort “Schnee” ergiebig. Manche (vor allem da, wo es noch nicht schneit) kritisieren, dass die Medien das Thema aufbauschen. Das kann ich mir vorstellen. In den letzten Jahren, wenn es in Hamburg mal ein paar Zentimeter Weiß gab, wurde es unter dem Stichwort “Schnee-Chaos” sofort zum Top-Thema, und die Stadtreinigung musste stark aufpassen, gute Noten zu bekommen.

Hier ist der Schnee nicht so eine Sensation wie im Norden, wo es zur Zeit den kältesten Winter seit 13 Jahren gibt. Die Autos fahren trotzdem. Ich bin gespannt, wie lange das Weiß liegenbleibt.

23. Dezember 2009

Weihnachtsgruß aus dem Osten

Abgelegt unter: Uncategorized — hierneu @ 20:17

Jetzt ist ein in die Welt geposteter Weihnachtsgruß fällig. Statt Karten oder zusätzlich zu den Karten, die ich wie in alter Zeit mit dem Füller schreibe. Ich denke dabei an manche Leute, gerade an die, welche ich in diesem Jahr über das Internet kennengelernt habe oder mit denen ich die Verbindung durch den Blog pflege. Ich wünschen allen fröhliche Weihnachten!
Der besondere Weihnachtsschmuck des Erzgebirges hat sich hier fast überall ausgebreitet. Besonders auf den zahlreichen Weihnachtsmärkten kann man alle Arten von Holzschnitzereien studieren, aber auch im Rathaus steht eine meterhohe Pyramide.
Als ich neulich spät abends auf der Rückreise von Hamburg in Leipzig Aufenthalt hatte, nutzte ich die Stunde zu einem Streifzug durch den Weihnachtsmarkt, der dort in den weitläufigen Passagen und Hallen aufgebaut ist. Köstlich ausssehende Stollen und andere Leckereien lagen herum, aber hinter Gittern verpackt. Man hätte sich zwar was angeln können, aber das tut man ja bei fremden Leuten nicht… .
Nur mit dem Fotoapparat habe ich mir etwas eingefangen: und zwar eine Krippe, die unter hunderten anderen Holzschnitzereien “aus dem Erzgebirge” herumstand. Aber nicht nur der Preis zeigte, dass sie noch viel weiter im Osten angefertigt worden war.

Krippe mit asiatischen Gesichtszügen

Erzgebirgische Schnitzerei, Modell China


Die Gesichter zeigen unverkennbar asiatische Züge, besonders deutlich bei den Weisen. Das fand ich lustig und klemmte die Kamera an das Gitter, bis ich die kleinen Figuren einigermaßen erfasst hatte. Wie passend, dachte ich, denn durch das Jesuskind ist Gott Mensch geworden für alle Menschen. Überall, hier im Osten Deutschlands und weiter im Osten in Asien, wo jemand frei Hand diese Figuren geschnitzt hat.
Morgen bauen wir übrigens unsere Tonkrippe auf, die mit der Aufschrift “Nativity Set” gekauft worden war und aus Bangladesch stammt. Auch das sieht man. Also noch mal: frohe Weihnachten überall!

11. Dezember 2009

Bäume zu Weihnachten

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Bei einigen Straßen um die Ecke ist in der letzten Zeit die Fahrbahndecke saniert worden. Alles wunderbar, man freut sich jedes Mal, wenn man mit dem Fahrrad von dem üblichen Loch an Loch auf den neuen Asphalt rollt. An den Seiten zwischen den Parkplätzen waren Rechtecke freigelassen, mit rötlicher Schlacke abgedeckt. Vorgestern sah ich dort Erde, sorgfältigst geharkt. Na, dachte ich, hat das jemand zum Fest schön machen wollen. Mal sehen, wie lange das Harkemuster hält.
Und gestern wurden da plötzlich Bäume in die Rechtecke gepflanzt! Da sich so lange nichts getan hatte – und man willl ja nicht zu unbescheiden sein, auf dem Platz gibt es schöne Bäume, und die Brachflächen sind grün – hatte ich überhaupt nicht damit gerechnet. Gefreut habe ich mich und das gleich einem der Arbeiter zugerufen, die im strömenden Regen den ganzen Tag zu Werk gingen.
Ich bin gespannt, welche Sorte es ist, und hoffe, dass die kahlen Stengel im Frühling alle ausschlagen.

8. Dezember 2009

Vergangenheitsbewältigung

Abgelegt unter: Uncategorized — hierneu @ 17:47
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Gleich gehe ich wieder einmal zu der Ringvorlesung an der TU zum Thema “20 Jahre friedliche Revolution”. Thomas Küttler, ein Kirchenmann, ist heute dran.

Neulich war es Klaus Bartl, jetzt stellvertretender sächsischer LINKE-Vorsitzender, früher verantwortlicher Jurist der SED-Bezirksleitung. Da brannte die Luft im modernen Hörsaal an der Reichenhainer Straße. Die ungebremste Wut von einigen Gegnern wurde angefacht durch seine Art, mit Dönekes aus der DDR-Versorgungslage, Hinweisen auf politische Missstände heute und seiner mangelnden Einflussmöglichkeit im allgemeinen. Kostprobe: Nach Unrechtsurteilen gefragt, sagte er, zwar wäre er für die Richter von Seiten der Partei verantwortlich gewesen, aber er habe so viel zu tun gehabt, mehr als 8 – 10 Stunden täglich, da habe er sich nicht um alles kümmern können. Seine Frau sei im Raum, die könne das bestätigen.
Nachher hatte ich noch einen kurzen Wortwechsel mit einem alten Mann, der auf meine Frage, was er denn vor 20 Jahren gemacht habe, erklärte: Er sei in der Partei gewesen, aber am Ende ausgetreten. Warum? Es sei ihm zu reformerisch geworden. ???
Mal sehen, wie die Diskusssion heute wird.
Die ehemals Verantwortlichen haben den Vorteil, dass ihre Geschichte durch die Wiedervereinigung abgeschnitten wurde. Ich sage bewusst “Vorteil”, denn wenn man wirklich die Biographien so aufarbeitet mit allen Fragen, was der dejenige Gutes und Schlechtes getan hat und hätte anders tun können, dann wäre es eher schwieriger. Ob jemand eventuell (k)ein IM war, ist eher ein unwichtiger Aspekt. Die damals Oppositionellen kämpfen dagegen für sich immer mit der Frage, ob sie das gewollt haben, was daraus wurde. Entweder sie geraten in den Rechtfertigungsdruck oder sie ziehen sich erst recht in die Opposition zurück. Und die unpolitische Mehrheit vergisst.

27. November 2009

Chemnitzer Weihnachtsmarkt, kein Wochenmarkt

Im Erzgebirge wird Weihnachten ja ganz besonders “abgekultet”, wie ein lieber Freund sich auszudrücken pflegt. Ich bin schon gespannt. Die ersten Schwibbögen sind schon in den Fenstern der Nachbarhäuser aufgetaucht. Die Kisten mit dem Weihnachtsschmuck habe ich vorhin aus dem Keller geholt. Ein Adventskranz wartet auf dem Balkon auf seine bei uns traditionellen gelben Kerzen und das dunkellila Band. Stachlige Blautannenzweige vom Gelände der aufgegebenen Molkerei nahe am Zeisigwald stecken in zwei Vasen. (Den Tipp kann ich hier ruhig reinschreiben, da wächst noch genug!)
Was mich aber betrübt und sorgenvoll gemacht hat, ist eine Begleiterscheinung des Weihnachtsmarkts. Der findet, na klar, an der schönsten Stelle statt, auf dem Platz rund um das Rathaus. Deshalb musste der um einiges verkleinerte Wochenmarkt neulich schon in der Aufbauphase auf den Platz an den Roten Turm ziehen. Meine wichtigsten Gärtner- und Obsthofstände waren da. Aber auch dort durften sie nur noch bis heute bleiben. Aus unerfindlichen Gründen – “das ist die Verwaltung von Eurer Stadt”, klagte der Gärtner – bekommen sie wegen des Weihnachtsmarkts gar keinen Platz mehr. Und das bis zum 5. Januar!
Ab Mitte Dezember habe ich fast ununterbrochen Gäste, die ich gut bekochen will. Wo bekomme ich dann das regionale Gemüse her? Wo die Pellkartoffeln aus eigenem Anbau und den Rosenkohl, den Chicoree, den Feldsalat, und die verschiedenen Apfelsorten? Das Suppengemüse … und … und … .
Es ist schon seltsam, wenn der Markt als etwas angesehen wird, was ausgerechnet zu den Festtagen entbehrlich ist. Sozusagen als saisonale Deko. Und Ende November wird eben umdekoriert.

24. November 2009

Buden bauen

Abgelegt unter: Uncategorized — hierneu @ 16:23

War es der Herbststurm, der heute den Kran vor dem Küchenfenster bewegt hat? Oder wird da wirklich weitergebaut? Denn der Unternehmer, der eins der schönsten Häuser in der Umgebung sanierte, war pleite gegangen. So stand der Bau seit Jahresanfang still. Nur die Fenster wurden eines Tages ordentlich zugenagelt.
Jetzt sind Baugeräusche zu hören, und Männer laufen hin und her, so weit man das durch die mittlerweilen entlaubten Bäume sehen kann. Da hatte ich am Anfang Sorge gehabt, dass Baugeräusche stören könnten, nun bin ich frioh darüber! Hoffentlich geht die Renovierung weiter und es wird nicht die Baustelle endgültig geschlossen.
Die Kids aus dem Nachbarhaus haben sich jedenfalls schon inspirieren lassen und ein Budenbau-Programm aufgelegt. Hoffentlich stört sie niemand dabei. Als sie neulich irgend etwas mit Pappe und Papier bauen wollten – was so aussah, als wäre der Inhalt der Papiertonne im Gärtchen verteilt worden – hat ein Nachbar fürchterlich geschimpft. Jetzt haben sie sich auf die große Wiese in der Mitte verzogen, nah bei den echten Bauarbeitern.

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